
Kronen Zeitung
NACH EWIGKEIT DABEI
Irak und DR Kongo schnappen sich letzte WM-Tickets
Der Irak hat sich zum ersten Mal seit 40 Jahren wieder für eine Fußball-WM qualifiziert. Das Team gewann das Play-off-Spiel gegen Bolivien im WM-Stadion von Monterrey mit 2:1 (1:1). Die Demokratische Republik Kongo ist erstmals seit 1974 wieder für eine Endrunde qualifiziert. In Guadalajara wurde Jamaika nach Verlängerung mit 1:0 besiegt. Das Teilnehmerfeld der größten WM der Geschichte in den USA, Kanada und Mexiko ist komplett, 48 Nationen inklusive Österreich sind dabei.
Die Tore für den Irak erzielten Ali Al-Hamadi (10.) und Aymen Hussein (53.), für Bolivien traf Moises Paniagua (38.). In einer langen Nachspielzeit mussten die Iraker noch eine Schlussoffensive der Bolivianer überstehen, mit dem Abpfiff brach großer Jubel beim Team des australischen Trainers Graham Arnold aus.
Die irakische Mannschaft musste sich wegen des Iran-Kriegs unter erschwerten Bedingungen vorbereiten. Weil der irakische Luftraum seit Wochen gesperrt ist, war die Anreise nur über langwierige Umwege möglich. Zuletzt hatte der Irak 1986 an einer Fußball-WM teilgenommen, bei der WM im kommenden Sommer treffen die Iraker in Gruppe I auf Norwegen, WM-Mitfavorit Frankreich und den Senegal. Für Bolivien geht die Zeit des Wartens weiter. Die Südamerikaner hatten 1994 in den USA zum letzten Mal an einer WM teilgenommen.
DR Kongo zittert bis zum Abpfiff
Die Demokratische Republik Kongo bekommt es in Gruppe K mit Portugal, Usbekistan und Kolumbien zu tun. 1974 hieß das Land noch Zaire. Vor 39.983 Zuschauern im WM-Stadion von Guadalajara traf Axel Tuanzebe in der 100. Minute zum 1:0 für DR Kongo. Der Profi des FC Burnley erlöste die Fans nach zahlreichen vergebenen Gelegenheiten und wegen Abseits in der regulären Spielzeit aberkannten Toren.
Für eine ungewöhnliche Verzögerung sorgte eine Verletzung von Schiedsrichter Facundo Tello in der zweiten Halbzeit der Verlängerung. Der Argentinier fasste sich an die linke Wade und ging nach einigen Minuten vom Platz. Für die verbleibende Spielzeit stand Dario Herrera in der Verantwortung, der zuvor als vierter Offizieller an der Seitenlinie unterwegs war.
In der ersten Halbzeit hatte DR Kongo die besseren Chancen, konnte aber keine davon nutzen. Auch nach der Pause war die Mannschaft von Trainer Sebastien Desabre schnell wieder in guten Positionen, ohne aber in Führung zu gehen. Jamaika war nach dem 1:0 in der vorausgehenden Runde gegen Neukaledonien dieses Mal die Mannschaft mit deutlich weniger Ballbesitz. Leon Bailey hatte in der 67. Minute eine gute Kopfball-Chance, brachte den Versuch aber nicht aufs Tor. DR Kongo vergab nach der Führung zwei Riesengelegenheiten auf das 2:0 und musste bis zum Abpfiff zittern. Danach war der Jubel auf dem Rasen und den Rängen groß.
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Bild: AFP/ULISES RUIZ













